   |
Sonntag, 05. September 2010
Hose, Weste, Rock und Hut - die wesentlichen Bestandteile der Kluft - sind schwarz. Weiß schimmern die Perlmutterknöpfe, die in zwei oder auch vier Reihen Weste und Rock mehr als Schmuck als zum Knöpfen dienen.
|
 |
 |
Die Staude
Im Kontrast zu Hose, Weste, Rock und Hut steht das blütenweiße Hemd, "Staude" genannt, aus weißer Leinwand. Es ist anstelle eines Kragens mit einem kleinen Stehbund versehen.
Die Weste Über dem Hemd wird die aus Cordsamt gefertigte tief ausgeschnittene Weste „Kreuzspinne“ getragen. Sie ist mit (früher vier) heute nur noch zwei Reihen zu je vier weißen Perlmuttknöpfen besetzt. Die Perlmuttknöpfe müssen so angenäht werden, dass das Garn den Buchstaben »Z« bildet. Bei den Vogtländern wird ein »V« verlangt.
|
 |
Die Jacke
Passend zur Weste folgt die ebenfalls aus schwarzem Cordsamt gefertigte Jacke, auch Rock oder Kittel „Walmusch“ genannt, den ebenfalls zwei Reihen mit Perlmuttknöpfen schmücken, jedoch nur drei in einer Reihe. |
 |
Die Hose
Ein auffallendes Kleidungsstück stellt die Hose dar. Um die Jahrhundertwertwende noch aus glattem Samt gefertigt, hat sich danach der gerippte Cordsamt durchgesetzt. Richtig zünftig ist die Hose aber nur dann, wenn sie an den engsten Beinstellen allenfalls 48 cm aufweist und mindestens einen Schlag von 65 cm am Hosenbein vorweisen kann. Es gibt allerdings auch Zunfthosen ohne Schlag, genauso gibt es aber auch Hosen mit mehr als 65 cm Schlag. Je nach Bruderschaft kann die Zunfthose mit verschiedenfarbigen Biesen längs der Seitennaht versehen sein.
|
 |
Die Schuhe
Beim Schuhzeug handelt es sich um schwarze Schuhe oder Stiefel. Aus der Mode gekommen sind die noch in den dreißiger Jahren verbreitet gewesenen "Langschäfter", auch "Trittlinge" bzw. "Suffrohre" genannt. Heute werden auch auf der "Walz" schwarze hohe Laufschuhe getragen.
|
 |
Die Ehrbarkeit
Ganz besonders wichtig ist die „Ehrbarkeit“, bei der es sich um ein krawattenähnliches Stück Stoff handelt, welches, je nach Schachtzugehörigkeit, eine andere Farbe hat (siehe auch den Menüpunkt: Die Zünfte). Die also aus einem schmalen Bändchen bestehende Schnurkrawatte ,„Ehrbarkeit“, wird nicht um den Hals geschlungen, sondern mittig durch den Hemdschluss bzw. das oberste Knopfloch gezogen und fällt dann als Zierde lang auf das weiße Hemd herab, wo es mit einem Handwerkswappen (eine Stecknadel) befestigt wird.
|
 |
Der Hut
Das bemerkenswerteste und wichtigste Kleidungsstück bildet der schwarze Hut. Der meist aus Filz gefertigte breitkrempige Schlapphut wird "Obermann" genannt. Daneben sind auch die topfförmige "Melone" (früher "Schauwerker") und der steife (Hamburger) Zylinderhut, der mit Seidenstoff bespannte "Spinnt" anzutreffen. Der Hut hat eine besondere Bedeutung. Er steht als Zeichen des freien Mannes, was gerade im Mittelalter keine Selbstverständlichkeit war. Der Geselle wurde ja auch zu Beginn seiner Wanderschaft frei gesprochen.
|
|

 |
|
|
 |
Der Schmuck
Die "Kluft" wird abgerundet durch die vor der Weste quergespannt getragene "Uhrkette" - häufig mit allerlei Beiwerk angereichert - und den das linke Ohr schmückenden "goldenen Ring", zumeist mit dem zuständigen Handwerkszeichen versehen. Seit geraumer Zeit vervollständigen auch Koppel, an denen sich dann Werkzeugtaschen (Holster) befinden, die Kluft.
Die Zunftuhrkette
An der Zunftuhrkette befinden sich Wappen der Städte, in denen der Geselle gearbeitet hat. |
 |
Der Ohrring und seine Bedeutung
Jeder Geselle auf Wanderschaft trägt im linken Ohr einen Ohrring. Der Ohrring enthält neben dem Handwerkswappen noch einen sechszackigen Stern, da angeblich der erste Maurer ein Verehrer des jüdischen Königs Salomo gewesen sei. Der Ohrring war aus purem Gold und diente nicht selten nach dem Tode eines reisenden Gesellen als Kapital für sein Begräbnis. |
|

 |
 |
Der Charlottenburger
Weiß ist die leinene Reiserolle (Berliner oder Charlottenburger) für die notwendige "Habe" der Gesellen auf der Wanderschaft ("Walz"). Rot ist hingegen das übergroße Taschentuch, mit dem die Reiserolle eingeschlagen wird. |
 |
Der Stenz
Den "Reiseanzug" eines Zimmerers vervollständigt der "Stenz", ein keulenartiger, oben naturwüchsig gedrehter "Wanderstab", der zum Schutz eingesetzt werden kann und ehedem möglichst in der Lüneburger Heide geschnitten werden sollte. |
|
|
|